Heike von Heymann (48) ist eine Pionierin. 1998 gründete sie die Singlebörse DatingCafe.de. Zehn Jahre später verkaufte sie die Mehrheit an dem Unternehmen mit den zahlreichen Testsiegen. Wir trafen sie in ihrem Heimatort Hamburg-Bergedorf. Natürlich in einem Café. Für eine kleine Zeitreise in die Gründerjahre der Online-Suche nach der Liebe.
von Christoph / Manuel | Foto: Foto-Anhalt.de | 21.November 2009
in-search: Wieviele Beziehungen sind durch Sie eigentlich schon in die Brüche gegangen?
Heike von Heymann: Wie bitte?
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Mit von Heymann im Café: Hier erzählt sie ihre persönliche Geschichte Quelle: Manuel und Christoph |
in-search: Wenn die eigene Beziehung langweilig wird, bietet DatingCafe.de doch die leichte Lösung: der schnelle Klick zur neuen Liebe.
Von Heymann: Das stimmt. Früher, bevor es Online-Dating gab, hat man bei Beziehungsproblemen mal eine Zeit zwangsweise allein verbracht und seinen Partner dann vermisst. Heute geht man rund um die Uhr online und findet Ablenkung.
in-search: Kennen Sie dieses Gefühl auch?
Von Heymann: Warum sollte ich anders sein, als die anderen? Wenn ich nicht Mainstream wäre, dann wäre ich wohl nicht so erfolgreich gewesen.
in-search: Was hat den Erfolg denn ausgemacht?
Von Heymann: Die meisten Dating-Seiten, die ich 1996 fand, waren Mogelpakete. Auf ihren Startseiten warben meist eine halbnackte Frau und ein bekleideter Mann um Neukunden. Männer konnten aber nur wenige real suchende und wirklich existierende Frauen in den Dating-Börsen finden. Denn vor 13 Jahren tummelten sich circa 80 Prozent Männer und nur 20 Prozent Frauen im Web. Es war hingegen ein Sport vieler Männer, sich im Web als heiße Blondine auszugeben. Und auch viele Prostituierte nutzten das Internet gerne. Ich habe mir gedacht: Wenn die so wenig Frauen und so viele Männer haben, dann brauche ich ein Konzept, das echte Frauen anlockt. Denn wenn ich Frauen habe, besitze ich das rare Gut.
in-search: Und wie haben Sie die Frauen gelockt?
Von Heymann: Ich hatte den Vorteil, das meine eigenen Bedürfnisse genau wie die der meisten Frauen waren: Wir Frauen wollen Sicherheit und Qualität, wenn wir uns mit eigentlich völlig Unbekannten treffen. Deshalb haben wir bei der Anmeldung eine Kopie des Personalausweises verlangt. Von Anfang an.
in-search: Wie ging es dann aufwärts?
Von Heymann: Ganz traditionell. Ich habe meine ganzen Freunde in das Netzwerk geschubst. Und die dann ihre Freunde. Das waren dann die ersten 100 bis 200 Teilnehmer. Und von da an ging es fast automatisch weiter.
in-search: Und das obwohl Online-Dating doch so unromantisch und berechenbar ist?
Von Heymann: Ja, man kann alles Wichtige vor einem Treffen abchecken. Das ist unromantisch. Aber andererseits: Man kann die Romantik besser vorbereiten, wenn man gleich ein paar Anhaltspunkte hat. Außerdem bildet man sich keine falsche Romantik ein. Ein Beispiel? Sie lernen einen ganz tollen Menschen kennen, haben Schmetterlinge im Bauch und stellen dann fest, da darf die Katze im Bett schlafen - das ist zum Beispiel oft ein Liebes-Killer.
in-search: Am Ende hängt alles von Katzen ab?
Von Heymann: Ja, Katzen. Bei anderen Dingen gibt es Toleranzbereiche. Aber beim Thema Katzen scheiden sich sehr oft die Geister.